Tierhomöopathie

Homöopathie, Leishmaniose und andere parasitäre Erkrankungen

Dieses Thema enthält 1 Antwort und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Sonnenschein vor 2 Jahre, 8 Monate.

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    homeonet
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    Immer wieder werde ich gefragt ob es ein homöopathisches Mittel gegen die Leishmaniose gibt. Die Antwort fällt für den klassischen Tierhomöopathen leicht verständlich immer gleich aus. NEIN gegen die Leishmaniose gibt es keine homöopathische Arznei. Dennoch gibt es Hilfe beim Tierhomöopathen und diese ist in der Regel im Vergleich zu anderen Therapieansätzen sehr erfolgreich und nachhaltig. Nur dass es kein allgemein gültiges homöopathisches Arzneimittel „gegen Leishmanniose“ gibt.

    Das individuell passende homöopathische Arzneimittel stärkt die Konstitution und damit auch das Immunsystem des Patienten und erhöht seine Widerstandskraft gegen diesen Parasiten. Einmal erfolgreich bekämpft besteht in Nordeuropa eine relativ geringe Gefahr für einen erneuten Befall.

    Die Symptome des klinischen Krankheitsbildes beim Hund sind zugleich die Symptome welche wir beim Patienten oft dominant antreffen und welche oft im Zentrum des Leidensmusters des Patienten stehen. Diese sind häufig: Haarverlust, besonders um die Augen und um die Schnauze. Bei fortschreitender Krankheit verliert der Hund, obgleich bei gutem Appetit, an Gewicht. Die Haut weist Entzündungen an den Stellen auf, die häufig in Kontakt mit dem Boden kommen, wenn der Hund sich hinsetzt oder hinlegt. Besonders betroffen sind der Kopf und die Beine. In späteren Krankheitsstadien sind die Krallen oft überlang und brüchig.

    Doch nehmen wir in der klassischen Tierhomöopathie diese Symptome eher als zweitrangig oder sogar drittrangig wahr. Entscheidender ist der Hintergrund auf dem die Tiere anfällig für dieses körperliche Leiden wurden. In den Südeuropäischen Ländern sind oft ausgesetzte, schlecht ernährte und oft auch misshandelte Tiere betroffen. Stammen die Tiere aus diesen Regionen und sind mit einer Tierhilfe-Organisation nach Nord-Europa gekommen, fehlen häufig genaue Angaben über die konkreten Lebensverhältnisse oder die individuelle Geschichte des Tieres. Dennoch können wir von dem betroffenen Tier wertvolle Informationen für die Auffindung des individuell passenden Arzneimittels erhalten. Denn ganz gleich, was ihm widerfahren ist, es hat den Patienten verändert, seine Perspektive auf die Welt und die Art und Weise mit diesen Erfahrungen umzugehen. An eben diesem Konzept der Kompensation seiner „schlechten Erfahrungen“ oder wie wir es auch begreifen können, seiner „Schwäche“ können wir ablesen, welches Arzneimittel der Patient benötigt um dauerhaft genesen zu können. Dies ist auf Grund der Tiefe der Schwäche nicht immer in kurzer Zeit zu erreichen, aber nach meiner Erfahrung lassen sich innerhalb eines halben Jahres fast immer gravierende Fortschritte erzielen. Oft ist die Schwäche es innerhalb dieses Zeitfensters sogar überwunden

    Ähnliches gilt für alle parasitären Erkrankungen. Gleich welchen Ursprungs und welcher Art sie sind. Ein gutes Beispiel dafür ist  der in der Schulmedizin oft sehr unbefriedigend zu behandelnde Sarkoptes-Befall. Auch hier lässt sich mit Hilfe der klassischen Homöopathie eine dauerhafte Lösung oder Überwindung herbeiführen. Was wir nicht vergessen dürfen ist, dass uns als Lebewesen alles gegeben wurde um auch mit den schwersten Erkrankungen fertig zu werden, die Frage ist nur, werden wir in unserem Bemühen diese Schwäche zu überwinden unterstützt oder durch die Therapie geschwächt.

    Im Grunde können wir an diesem Bespiel erkennen, weshalb das Potenzial der Homöopathie oft so grenzenlos erscheint. Ob Leishmaniose, Parvoriose, COB, Viruserkrankungen, schwere bakterielle Erkrankungen oder organische und systemische Erkrankungen wie Epilepsie oder hormonelle Dysfunktionen, mit denen wir als klassische Tierhomöopathen konfrontiert werden, unsere Antwort ist stets ähnlich: wir sind „wir trauen dem Patienten die Auseinandersetzung mit jeder Form der Schwäche oder Herausforderung zu. Unser Bemühen richtete sich hingegen nicht gegen den vermeintlich auslösenden Erreger, wenn gleich wir natürlich Hygiene und die Vermeidung von Infektionsrisiken als Teil eines gesunden Umgangs mit möglichen Risiken als sinnvoll erachten.

    Wer sich ausführlicher mit dem Krankheitsbild beschäftigen möchte finde auf Wikipedia ausführliche Informationen zum Thema.
    Darüber hinaus gibt es in der klassischen Tierhomöopathie für Jahre und Jahrzehnte unendlich viel zu lernen. 

     

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  • #249

    Sonnenschein
    Teilnehmer

    Tolle Erläuterung! Vielleicht ist es auch noch interessant, wie das Immunsystem gegen Parasiten vorgehen kann. Viele denken, wenn man ein Wurmei verschluckt, dann kommt es unweigerlich zu einer Wurmerkrankung. Dem ist aber nicht so. Gesunde, immunstarke meist erwachsene Tiere werden locker mit parasitären Erkrankungen fertig. Hier hat der Körper mehrere Möglichkeiten einzugreifen.
    Wenn Parasiten in den Körper eindringen, werden sowohl die Fresszellen des unspezifischen als auch das spezifische Immunsystem aktiv. Die spezifischen Oberflächenmerkmale der Parasiten aktivieren die B- und T-Lymphozyten.
    Die B-Zellen des Immunsystem produzieren Massenweise spezielle Antikörper- das Immunglobulin E (IgE).
    Diese gesteigerte Aktivität mit einer vermehrten Ausschüttung spezieller Botenstoffe regt die Mastzellen an, noch weitere Antikörper zu produzieren.
    Gleichzeitig werden die T-Helfer-Zellen der spezifischen Immunabwehr aktiv. Sie schütten Botenstoffe aus und arlamieren damit Freßzellen, die sich auf die Angreifer stürzen. Ebenfalls stimulieren die T-Helferzellen auch die Mastzellen, noch stärker aktiv zu werden.
    Durch die Alarmierung vor Ort (durch Botenstoffe) wandern weitere Antikörper in das betroffene Gebiet ein. Durch mehrere verschiedenen Mechanismen werden die Parasitin direkt angegriffen und abgetötet. Ein anderer Mechanismus blockiert die parasitären Strukturen, die dem Parasit ermöglichen, sich an körpereigene Strukturen anzuheften. Außerdem werden die Macrophagen von der Kette gelassen, die dann den Eindringling auffressen und verdauen.
    Durch Enzymausschüttung werden selbst große Parasiten abgetötet.
    Gleichzeitig wird die glatte Muskulatur zu Kontraktion angeregt und die Kapillargefäße erweitert, damit noch mehr Abwehrzellen zum Ort des Geschehens gelangen können.
    Bei Darmparasiten wird die Schleimproduktion massiv gesteigert, so dass die Parasitin nicht bis zur Darmwand vordringen können. Gleichzeitig erfolgt eine massive Flüssigkeitsabsonderung in den Darm und eine Steigerung der Peristaltik, so dass es zu Durchfall kommt und die Parasiten ausgeschieden werden.
    Das erklärt auch, warum es keine gute Idee ist, diese Symptome künstlich zu unterdrücken. Man spielt damit den Parasiten sozusagen in die Hände und stört die natürlichen Abwehrmechanismen.

    Auch gegen intrazelluläre Parasiten wie die Leishmaniose kann das Immunsystem gezielt vorgehen. Befallene Zellen markieren ihre Zellhülle mit speziellen Strukturen, die von den Abwehrzellen erkannt werden. Diese töten dann die befallene Zelle mit samt seiner gefährlichen Fracht ab und verdauen diese. Ein Ausbruch der Erkrankung erfolgt also nur, wenn das Immunsystem bzw. die „Lebenskraft“ geschwächt ist, so dass die Fremdorganismen den Wettkampf mit den Immunzellen gewinnen. Deshalb ist die Steigerung der Lebenskraft und damit die Stärkung des Immunsystems die erfolgreichste und sinnvollste Therapie.

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